21.07.2026
Die weltweite Brau- und Hopfenwirtschaft steht weiterhin vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen. Zwar gingen Bierproduktion, Hopfenanbauflächen und Erntemengen 2025 zurück, dennoch bleibt der Hopfenmarkt überversorgt. Das geht aus dem aktuellen BarthHaas-Bericht 2025/2026 hervor, der die Entwicklung der internationalen Brau- und Hopfenmärkte analysiert.
Die weltweite Bierproduktion verringerte sich 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % auf rund 1,896 Mrd. Hektoliter. Nach Angaben von BarthHaas entwickelte sich der Bierausstoß auf nahezu allen Kontinenten rückläufig. Lediglich Afrika verzeichnete ein leichtes Wachstum. Als wesentliche Ursachen nennt das Unternehmen stagnierenden oder sinkenden Bierkonsum in vielen traditionellen Märkten sowie die wachsende Bedeutung alkoholfreier und alkoholreduzierter Getränke.
Deutschland entwickelte sich schlechter als der Weltmarkt. Die Bierproduktion sank um 5,6 % auf 79,24 Mio. Hektoliter und unterschritt damit erstmals die Marke von 80 Mio. Hektolitern. Im internationalen Ranking der größten Braunationen behauptete Deutschland dennoch Rang sechs hinter China, den USA, Brasilien, Mexiko und Russland. Die rückläufige Entwicklung in Deutschland belastete zugleich die Bilanz der Europäischen Union, deren Bierausstoß um 3,1 % zurückging.
Auch auf dem Hopfenmarkt setzte sich der Anpassungsprozess fort. Die weltweite Anbaufläche verringerte sich zur Ernte 2025 um 5,5 % auf 52.660 Hektar, die Erntemenge sank um 3,8 % auf 109.188 Tonnen. Deutschland blieb mit 18.962 Hektar das größte Hopfenanbauland vor den USA. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Alphasäuregehalt leicht auf 10,6 %, sodass die erzeugte Alphamenge weniger stark zurückging als die Erntemenge.
Trotz der rückläufigen Ernte blieb der Hopfenmarkt überversorgt. Der Bedarf an Alphasäure sank infolge der geringeren Bierproduktion, einer reduzierten Hopfengabe im Brauprozess sowie Veränderungen bei den Bierstilen auf rund 10.700 Tonnen. Dem stand ein Überschuss von etwa 1.200 Tonnen Alphasäure gegenüber – rechnerisch entspricht dies einer strukturellen Überproduktion von rund 5.100 Hektar Hopfenanbaufläche.
"Wir verzeichnen Verluste in einer Dimension, die wir nicht erwarten konnten", sagt Heinrich Meier, Autor des BarthHaas-Berichts, über die Entwicklung des deutschen Biermarktes. Mit Blick auf den Hopfenmarkt ergänzt er: "Die Flächen wurden zwar erneut reduziert, der Markt ist damit aber noch nicht im Gleichgewicht. Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf."
Auch für 2026 rechnet BarthHaas nicht mit einer grundlegenden Trendwende. In Deutschland verringerte sich die Hopfenanbaufläche nach Angaben des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer bereits um weitere 6 % auf 17.861 Hektar. Weltweit wurden die Flächen um rund 1.300 Hektar reduziert. Nach Einschätzung des Unternehmens reicht dies jedoch nicht aus, um das Marktgleichgewicht wiederherzustellen. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten im Hopfenanbau und in der Verarbeitung weiter.
"Die globale Hopfen- und Bierbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen", sagt BarthHaas-Geschäftsführer Thomas Raiser. Ein anhaltendes Überangebot treffe auf verändertes Konsumverhalten und steigenden wirtschaftlichen Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wachstum in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika werde nach Einschätzung des Unternehmens durch rückläufige Entwicklungen in Europa und Nordamerika weitgehend ausgeglichen. Entscheidend werde sein, wie anpassungsfähig sich die Branche vom Hopfenanbau bis zur Brauwirtschaft zeige.
Der vollständige BarthHaas-Bericht kann hier heruntergeladen werden.
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