20.02.2026

Ankündigung mit Signalwirkung

Foto: Giesinger Bräu

Giesinger Bräu eröffnet Starkbierfest – und startet Bürgerbegehren für die Wiesn.

Mit dem traditionellen Anstich ist am gestrigen Donnerstag das Starkbierfest 2026 von Giesinger Bräu im Werk2 offiziell eröffnet worden. Vor rund 1.000 Gästen nahm Clemens Baumgärtner, Oberbürgermeisterkandidat der CSU, den Anstich vor und gab damit den Startschuss für drei Wochen Starkbierzeit in der Detmoldstraße 40. 

Ankündigung mit Signalwirkung

Im Mittelpunkt stand neben dem Starkbier "Innovator" erneut die politische Debatte – und eine Ankündigung mit Signalwirkung: Giesinger Bräu startet ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, einen Bürgerentscheid über die Zulassung der Brauerei zum Münchner Oktoberfest zu erwirken. Clemens Baumgärtner, Sebastian Weisenburger (Grüne) und Lars Mentrup (SPD) trugen sich noch auf der Bühne ins Unterschriftenbuch ein.

"Wir sind eine Münchner Brauerei"

Seit vielen Jahrzehnten wird auf der Wiesn ausschließlich Bier der sechs etablierten Münchner Traditionsbrauereien ausgeschenkt. Grundlage sind die Betriebsvorschriften der Landeshauptstadt München, die festlegen, dass nur "Münchner Bier" ausgeschenkt werden darf – gebraut innerhalb der Stadtgrenzen, nach dem Münchner Reinheitsgebot von 1487 und mit Münchner Quellwasser aus eigenem Tiefbrunnen. Giesinger Bräu, das 2026 sein 20jähriges Jubiläum feiert, erfüllt diese Kriterien: Mit eigenem Tiefbrunnen im Werk2 und der EU-geschützten geografischen Angabe "Münchner Bier" seit 2021 sieht sich die Brauerei formal auf Augenhöhe.

"Wir sind eine Münchner Brauerei – mit eigenem Tiefbrunnen, mit dem Siegel 'Münchner Bier' und mit klarer Verwurzelung in dieser Stadt", sagt Steffen Marx, Gründer und Geschäftsführer von Giesinger Bräu. "Wenn auf der Wiesn ausschließlich Münchner Bier ausgeschenkt wird, dann sollte die Frage erlaubt sein, warum eine Münchner Brauerei dort nicht vertreten sein darf. Genau darüber sollen die Bürgerinnen und Bürger entscheiden."

Bürgerbegehren nach Art. 18a BayGO

Mit dem Bürgerbegehren beantragt Giesinger Bräu gemäß Art. 18a der Bayerischen Gemeindeordnung die Durchführung eines Bürgerentscheids zu folgender Frage:

"Bist Du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?"

Damit der Stadtrat sich mit dem Anliegen befassen muss, ist ein gesetzlich festgelegtes Quorum erforderlich. In München müssen dafür rund 3 % der Wahlberechtigten unterschreiben – das entspricht aktuell etwa 35.000 gültigen Unterschriften. Wird diese Hürde erreicht und das Begehren für zulässig erklärt, kommt es zum Bürgerentscheid.

Unterschriftenlisten können ab sofort online heruntergeladen werden unter www.giesinger-braeu.de. Zudem liegen Listen in der Schenke, an beiden Rampen, in den Stehausschänken Augustenstraße und Oberländer Straße, im Bräustüberl in der Martin-Luther-Straße 2 sowie im Werk2 in der Detmoldstraße 40 aus. Die ausgefüllten Listen können dort auch wieder abgegeben werden.

"Es geht nicht um Konfrontation, sondern um Fairness und um die Frage, wie sich Tradition weiterentwickeln darf", sagt Jonas Seidl, Geschäftsführer von Giesinger Bräu. "Die Wiesn ist Münchner Identität. Deshalb sollte die Münchner Stadtgesellschaft auch mitentscheiden dürfen, ob neben den bisherigen Brauereien künftig eine weitere Münchner Brauerei zugelassen wird."

Starkbierfest als Bühne der Debatte

Das Starkbierfest 2026 läuft noch bis 15. März im Werk2 in der Detmoldstraße. Bereits im Vorfeld waren zahlreiche Termine ausverkauft, weshalb die Laufzeit verlängert wurde. Neben traditioneller Blasmusik, Kabarett und politischen Abenden steht der Giesinger Doppelbock "Innovator" im Mittelpunkt – zwei Wochen Gärung, acht Wochen Lagerung, klassisch mit der Endung "-ator".

Giesinger Bräu verfügt nach eigenen Angaben bereits über Erfahrung in der erfolgreichen Umsetzung von Großveranstaltungen. Ob Silvestermeile, mehrwöchiges Starkbierfest oder große Veranstaltungen im Werk2 – Organisation, Logistik und Sicherheitskonzepte wurden in den vergangenen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt. Mit dem neuen Live-Format "Wiesn TV", das direkt aus dem Starkbier-Zelt sendet, wird diese Kompetenz nun auch medial sichtbar. Unter diesem Link sind auch die Aufzeichnungen vom gestrigen Anstich (Footage) verfügbar.

Mit der Kombination aus Festzelt, politischer Diskussion und organisatorischem Anspruch unterstreicht Giesinger Bräu seine Rolle als eigenständige Münchner Privatbrauerei, die 2006 in Giesing gegründet wurde und heute rund 50.000 Hektoliter jährlich produziert.

Tickets und weitere Informationen zum Starkbierfest sowie weitere Informationen zum Bürgerbegehren finden Sie unter:

giesinger-braeu.de