15.01.2026

Neuer Jahresbericht

Abbildung: Bericht des BVL und RKI "Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in Deutschland 2024"

Der gemeinsame nationale Bericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Robert Koch-Instituts (RKI) zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland 2024 wurde veröffentlicht.

Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren

Im Jahr 2024 wurden mehr lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche gemeldet als in den vier Jahren zuvor, und auch die Zahl der Erkrankten ist gestiegen. Die häufigsten Verursacher von Krankheitsausbrü­chen in Deutschland waren, wie in den Vorjahren, Salmonellen (ein Drittel der Ausbrüche) und Bakterien der Gattung Campylobacter (ein Viertel).

Für das Meldejahr 2024 gingen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und beim Robert Koch-Institut (RKI) Meldungen zu 271 lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen ein. Die Ausbrüche führten in Deutschland zu mindestens 2.400 Erkrankungen, 451 Hospitalisierungen und acht Todesfällen. Im Durchschnitt der vorangegangenen vier Jahre waren es jährlich rund 191 Krankheitsausbrüche mit 1.515 Erkrankungen.

Die meisten der mit hoher Evidenz aufgeklärten Krankheitsausbrüche wurden durch Lebensmittel der Kate­gorien "Fleisch und Fleischerzeugnisse" sowie "Gemüse und Gemüseerzeugnisse" verursacht. Im Trend der letzten fünf Jahre zeigt sich eine Zunahme der Ausbrüche durch pflanzliche Lebensmittel. Während es im Jahr 2020 noch vier Ausbrüche dieser Art waren, wurden im Jahr 2024 zwölf der Ausbrüche durch Gemüse, Getreideerzeugnisse oder Beeren und Früchte verursacht. Die tierischen Lebensmittel lagen im Jahr 2024 mit einem Anteil von 47 % noch vor den pflanzlichen Lebensmitteln (33 %) als Verursacher von Ausbrüchen. Im Vergleich zu den vier Vorjahren wurden im Jahr 2024 erstmals die meisten Krankheitsausbrüche in Betrieben der Kategorie "Take-away und Fast-Food-Imbisse" verursacht. An zweiter Stelle folgten Privathaushalte.

"Der Bericht zeigt, dass auch pflanzliche Lebensmittel, die oft ohne weitere Hitzebehandlung als Salatzuta­ten verzehrt werden, Krankheitsausbrüche verursachen können", erklärt BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. "Diese und weitere Erkenntnisse können dem Risikomanagement und auch Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen, lebensmittelbedingte Erkrankungen unter anderem durch gute Küchenhygiene zu vermeiden und zukünftige Ausbruchsgeschehen zu verhindern."

Manche der lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche ziehen sich über mehrere Jahre hin und betreffen weitere Staaten. Im aktuellen Jahresbericht sind dies zwei Krankheitsausbrüche durch Salmonellen in Tomaten und in Sprossen.

Link zum Bericht

Der Bericht "Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in Deutschland 2024" ist online abrufbar unter:

www.bvl.bund.de

Hintergrund

Ursachen für lebensmittelbedingte Erkrankungen können Bakterien, Viren, Parasiten oder Toxine sein, die über kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden. Von einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch spricht man immer dann, wenn zwei oder mehr Menschen an demselben Lebensmittel erkrankt sind.

Der Bericht zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland wird jährlich gemeinsam vom BVL in Zusammenarbeit mit dem RKI erstellt. Um lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden und zukünftige Ausbruchsgeschehen zu verhindern, sind umfangreiche Kenntnisse über beteiligte Lebensmittel, deren Herkunft sowie Informationen über den Herstellungsprozess notwendig. Daher erfasst das BVL bereits seit 2015 Daten zu Lebensmitteln, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt sind. Nach Abschluss einer Ausbruchsuntersuchung melden die Überwachungsbehörden der Bundesländer hierfür ihre Informationen über das bundeseinheitliche System zur Erfassung von Daten zu Lebensmitteln, die bei Krankheitsausbrü­chen beteiligt sind (BELA), an das BVL. Die deutschen Ausbruchsdaten werden an die European Food Safety Authority (EFSA) gemeldet und in den "European Union One Health Zoonoses Report" integriert.

Den "European Union One Health Zoonoses Report 2024" finden Sie hier.